Ein Fest wie im Himmel - Ev. Kirchenkreise laden zur gemeinsamen Feier nach Körbecke am 24. Juni 2017

Soest/Arnsberg.
Luther war bekanntlich ein weiser Mann. Vor allem aber hatte er für fast jede Lebenssituation den passenden Spruch parat. „Man kann Gott nicht allein mit Arbeit dienen, sondern auch mit Feiern und Ruhen“ ist so ein Spruch.
Und genau diesen Spruch haben die beiden Evangelischen Kirchenkreise Soest und Arnsberg für ihr geneinsames Fest, das sie am 24. Juni in Körbecke in und an der Möhnesee-Halle feiern wollen, ausgesucht.
Für diese Feier gibt es (mindestens) zwei gute Gründe: Die beiden Kirchenkreise stehen bekanntlich vor einem Zusammenschluss, sodass der 24. Juni auch so etwas wie ein „gemeinsamer Polterabend“ ist. Aber natürlich spielen auch die „500 Jahre Reformation“, die in diesem Jahr allgegenwärtig sind, eine wichtige Rolle.
„An diesem Tag wollen wir besonders auch die Vielfalt des Glaubens feiern“, haben die beiden Superintendenten Dieter Tometten und Alfred Hammer in ihrer Einladung geschrieben. Auch deshalb wird ein Gottesdienst um 12 Uhr den Auftakt bilden. Auch hierzu hat Martin Luther wieder das Motto geliefert: „Wahr ist’s: wir sollen ayner den anderen eeren und für gots kind halten“. Die Predigt in diesem Gottesdienst wird Professor Harald Schröter-Wittke halten.
Nach dem Gottesdienst startet ein buntes Programm (hier), das bis in die Abendstunden hinein für beste Unterhaltung sorgt. Auch für Kinder und Jugendliche gibt es viele Angebote: Menschenkicker, Riesenrutsche, Hüpfburg, Musik, Malen, Spielen und vieles mehr.
Im Mittelpunkt des Tages steht immer wieder die Musik. So sorgen die Posaunenchöre aus dem Kirchenkreis ebenso für Unterhaltung wie verschiedene Jugendbands der Jugendkirchen aus Soest, Lippstadt und Werl. Und es wird ein offenes Singen unter Leitung des Lippstädter Kantors Roger Bretthauer geben, das den bezeichnenden Titel trägt „Wie im Himmel“.
Aber natürlich spielen auch Glaubensfragen eine wichtige Rolle. Dazu wird Petri-Pauli-Pfarrer Christian Casdorff auf dem roten Sofa verschiedene Menschen interviewen und sie ihre ganz persönliche Glaubensgeschichte erzählen lassen.
Da zu einer vernünftigen Feier natürlich auch Essen und Trinken gehören, ist auch hieran an verschiedenen Ständen mit einer breiten Angebotspalette gedacht.
Zum Abschluss des Tages gibt es dann noch Nachdenkenswertes und Erheiterndes vom Kabarett BrilLe-Theater: „Tinte, Thesen, Testamente“ (ab 18.30 Uhr) sowie ab 20 Uhr einen absoluten Hörgenuss mit dem Vokalquartett „DROPS“.
Dass bei diesem Tag und diesem Fest keine Wünsche offen bleiben, das garantiert noch einmal Martin Luther: „Christen sind ein seliges Volk. Die können sich freuen im Herzen, können tanzen und springen und jubeln.“
Der Eintritt an diesem Tag ist frei.

Rückblick mit Freude, Stolz und Dankbarkeit! Gemeinsames Luther-Projekt dank Kirchenkreis-Kooperation gelungen!

Eine fröhlich Runde traf sich Mitte März in einem Soester Café, um auf den Erfolg des Luther-Projekts zurückzublicken: Kirchenmusikdirektor Gerd Weimar, das Pfarrehepaar Siegel-Müller aus Brilon, Pfarrer Kai Hegemann, Kirchmeisterin Margot Müller und Dr. Judith Tornau-Opitz, Vorsitzende der Wiesenkirchen-Stiftung, alle drei aus Soest, Katharina Loot und Jochen Ullrich, beide aus Arnsberg von der Stiftung Kirchenmusik, Pfarrerin Christina Bergmann aus Meschede, Almut Lürbke, seit 20 Jahren Choreographin in Weimars Projekten, und Bodo Meier, Pfarre aus Henscheid, der begeistert den Reformator Martin Luther bei den Aufführungen in der Wiesenkirche in Soest und Meschede verkörpert hat.

Alle Gesichter strahlten. Zu Recht: Diese Menschen sind stolz auf das, was sie geschaffen und erreicht haben. Im April 2015 stand die Idee, der Schwung war da –das kreative Schreibteam entwickelte Stationen aus Luthers Leben, fand Sätze und Worte aus Luthers Sprache, plante die nötige Technik und organisierte die Bühne. In Weimars Kopf tummelten sich Musikvorschläge. Zum ersten Mal verknüpfte er in diesem Projekt Musik und Schauspiel aus und über die Lutherzeit, „und alles aus eigener Hand“. Keine Profis, sondern Gemeindeglieder aus beiden Kirchenkreisen sollten mitsingen und mitspielen.

Die Idee wurde Wirklichkeit am 30. Oktober 2016 in der Soester Wiesenkirche und am 18. Februar 2017 im Gemeinsamen Kirchenzentrum in Meschede. „Es hat große Lust und viel Spaß gemacht“, fasste Müller zusammen, was alle empfinden. Superintendent Alferd Hammer reagierte: „Ich möchte Ihnen allen meinen Respekt ausdrücken für das, was Sie geschafft haben, und lade Sie herzlich zu diesem Frühstück ein“. Die Luther-Projekt-Leute griffen beherzt zu und blickten zurück. „In Meschede haben an die 100 Menschen keine Karten bekommen“, erinnert Hammer. Tornau-Opitz weiß: “In Soest haben wir viele Menschen ohne Eintrittskarte wegschicken müssen.“ Hegemann ergänzt: „Wir hätten die Wiesenkirche zweimal füllen können.“ Insgesamt haben in Soest 550 und in Meschede 300 Menschen die Aufführungen miterlebt.

Trotzdem, da sind sich Luther-Schauspieler Meier und die anderen einig: „ Eine dritte Aufführung zu stemmen, ist eine Überforderung“. Soviel Zeit hat der Herscheider Pfarrer nicht und so oft lassen sich 100 Sänger und Sängerin und über 20 Musiker auch nicht zusammenkriegen. „Außerdem wollen wir das Stück nicht aufwärmen. Ein zweiter Aufguss ist nie so gut“, weiß Almut Lürbke.

Die Gruppe einigt sich: „Jetzt schließen wir das Projekt mit einem wohligen Gefühl und Stolz ab“, so Weimar. Siegel-Müller fühlt hinzu: „Jeder Weg, den wir dabei gegangen sind, hat unschätzbaren Wert.“ Und Meier alias Luther aus tiefstem Herzen: „Ich bin dankbar, dass ich dabei sein durfte.“ Das Team will Ausschau halten, ob in zwei Jahren ein kirchliches Ereignis ansteht, in dessen Rahmen ein neues Luther-Projekt inszeniert werden könnte. Auf der Basis des vorhandenen Materials, aber mit Sängern und Sängerinnen, Schauspielern und Schauspielerinnen, die dann Lust haben, sich von Neuem in die Thematik und ihre Gestaltung einzuarbeiten.

von Kathrin Koppe-Bäumer

 
 

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