Großer Vereinigungsgottesdienst am 6.1. in der lichtdurchfluteten Wiesenkirche

Ulf Schlüter führte Dieter Tometten in sein Amt als Superintendent ein.

Mit dem Auszug der Osterkerzen endete der Gottesdienst und sorgte für eine abschließende, starke Symbolik.

Brachten den Kirchenkreis in ein neues Licht (von Links): Superintendent i.R. Alfred Hammer, Synodalassessor Dr. Christian Klein, Dechant Gerhard Best, Superintendent Dieter Tometten und Theologischer Vizepräsident Ulf Schlüter

Von Hans-Albert Limbrock

Soest/Arnsberg. Das Schöne am Licht ist, dass es so einfach zu bedienen ist: Man drückt einen Schalter – und schon geht es an, wenn es nicht gerade einen Kurzschluss gegeben hat oder die Glühbirne kaputt ist. Wenn ein ganzer Kirchenkreis im Licht erstrahlen soll – noch dazu „In neuem Licht“ - dann ist das natürlich ein ungleich komplexerer Vorgang; da reicht es nicht, einfach nur einen Schalter anzuknipsen.

Umso ermutigender und zukunftsweisender ist es da, dass der vereinigte Kirchenkreis Soest/Arnsberg mit seinen Veranstaltungen am ersten Wochenende im neuen Jahr ganz viel Licht in den ansonsten bisher so trüben und grauen Januar ausgesandt hat.

Während am Samstag in der Doppelveranstaltung  „Leben zwischen Urknall und Auferstehung“ Licht, Musik und meditative Texte die Besucher in ihren Bann zogen, stand im Vereinigungsgottesdienst die Einführung des Superintendenten Dieter Tometten und des Kreissynodalvorstandes im Mittelpunkt.

Mit fast 800 Besuchern kam die Wiesenkirche dabei an ihre Kapazitätsgrenzen. Und so mancher musste dabei die leidvolle Erfahrung machen, dass in der Tat derjenige bestraft wird, der (zu) spät kommt; zwei Stunden Gottesdienst im Stehen verlangen einiges ab.

Die vollbesetzte Kirche lag auch an dem großen Einsatz von Musikern: Über 100 Sängerinnen und Sänger beider Kirchenkreise hatten sich unter Leitung von Kreismusikdirektor Gerd Weimar und den Kreiskantoren Annette Elisabeth Arnsmeier sowie Roger Bretthauer zum großen Chor formiert. Nicht viel weniger Musiker dirigierte Landesposaunenwart Ulrich Diekmann im großen Bläserchor. Und als dritten musikalischen Farbtupfer gab es dann noch die HUGO-Band der Jugendkirche mit Jan Primke.

Für Alfred Hammer, den langjährigen Superintendenten des Kirchenkreises Arnsberg, der den ersten liturgischen Part übernahm, war der Vereinigungsgottesdienst auch so etwas wie ein Abschiedsgeschenk: „Das ist eine große Ehre für mich und ich muss zugeben, dass ich schon ein wenig angespannt bin.“ Bereits im Dezember war Hammer, der den Zusammenschluss in den vergangenen Jahren mit viel persönlichem Einsatz und empathischer Überzeugungskraft vorangetrieben hatte, offiziell in den Ruhestand verabschiedet worden.

Zu Beginn des Gottesdienstes zitierte er aus dem Buch Johannes und vertiefte somit das Motiv „In Neuem Licht“ auch biblisch: „Denn die Finsternis vergeht, und das wahre Licht scheint jetzt.“ Hammer nutzte die Gelegenheit auch, um sich beim Kreissynodalvorstand „für die gemeinsame Wegstrecke“ zu bedanken und wünschte den Verantwortlichen „viel Licht und Kraft, um den neuen Kirchenkreis gut zu leiten zu führen.“

Da Präses Annette Kurschus kurzfristig aus familiären Gründen absagen musste, sprang der Theologische Vizepräsident der Evangelischen Kirche von Westfalen, Ulf Schlüter, ein und hielt die Predigt des Festgottesdienstes. Beeindruckend, wie es ihm gelang, den Bogen, von der Raumstation ISS und ihrem deutschen Astronauten Alexander Gerst bis hin zur Vereinigung der beiden Kirchenkreise zu spannen. Sympathiepunkte sammelte der Mann aus Bielefeld zusätzlich, als er zweimal die Namen aller 31 Kirchengemeinden aufzählte: „Morgen kann ich das auswendig.“

Seine Predigt machte angesichts der anstehenden Aufgaben in jedem Fall viel Mut: „Wir leben in erleuchteten Zeiten. Die Lichter setzen wir selbst an den Himmel. Aber es kommt auch darauf an, in welchem Licht wir Gott und die Welt sehen.“

Ulf Schlüter führte während des Gottesdienstes auch den neuen Kreissynodalvorstand sowie Dieter Tometten als Superintendenten ein.

Mit einer abschließenden Lichtaktion, die aus dem Samstag-Programm stammte, endete der Gottesdienst. Ein starkes Bild mit großer Symbolkraft gab es dann zum Abschied: Vertreter der 31 Kirchengemeinden zogen mit ihren erleuchteten Osterkerzen durch den Mittelgang aus der Kirche und brachten so das neue Licht in den Kirchenkreis. Dass der scharfe Januarwind draußen vor der Kirchentür die Flammen ausblies, sollte nicht als schlechtes Omen für den Kirchenkreis Soest/Arnsberg gewertet werden.

In der benachbarten Diakonie fand anschließend noch ein formloser Empfang statt.

Superintendent Pfarrer Alfred Hammer feierlich aus seinem Dienst verabschiedet.

Vorne v.l.: Annette Kurschus. Alfred Hammer, Irene Bauer-Jungmann, Anne Sauerwald (KSV), Abt Aloysius; hinten v.l.: Dieter Tometten, Rainer Müller, Reinhard Weiß (KSV), und Ulrich Homann

Präses Annette Kurschus segnet Alfred Hammer nach der Entpflichtung.

Am Freitag vor dem Zweiten Advent entpflichtete Präses Annette Kurschus, die leitende Theologin der Ev. Kirche von Westfalen, Pfarrer Alfred Hammer, der neun Jahre lang Superintendent im Kirchenkreis Arnsberg war und 35 Jahre lang als Pfarrer in der Kirchengemeinde Marsberg gearbeitet hat, von beiden Diensten.  Sie würdigte ihn als einen, der in seiner „eigenen unverwechselbaren Art“ gewirkt habe: „Verletzlich und stark, aufbrausend und leise“ sei er und in der Lage, „verfahrene Situationen im Gespräch wieder in Bewegung zu bringen“. Ganz und gar der Ökumene verpflichtet habe Hammer Brücken gebaut. „Und das hat Früchte getragen.“ Seine Liebe zum Kirchenkreis Arnsberg habe er in seinen Schritten auf den Kirchenkreis Soest zu gezeigt. „Die Menschen beider Kirchenkreis habe er in seine Hoffnung auf den neuen Kirchenkreis Soest-Arnsberg hineingenommen.  „Das ist ein  großer Dienst an unserer Kirche“, würdigte sie Hammers hohen Einsatz im Prozess, der am 1. Januar 2019 mit der Gründung des neuen Evangelischen Kirchenkreises Soest-Arnsberg an sein Ziel kommt.
„Du bist nun frei“, entpflichtete sie ihn, segnete ihn und sprach ihm zu, dass er weiterhin predigen und Sakramente austeilen dürfe. „Dass ich Pastor bleibe, das gefällt mir“, zitierte sie Hammer und bekräftigte: „ Das ist gut so.“ Zuletzt überreichte sie Hammer das Bronzekreuz der Ev. Kirche von Westfalen. „Gold und Silber haben wir nicht. Aber, das, was wir haben, geben wir gerne“.

Als Pastor hatte er sich zuvor der großen Festgemeinde gezeigt mit seiner Predigt über die fünfstimmige Motette „Jesu, meine Freude“. Die Musik von Johann Sebastian Bach basiert auf einem Choral von Johann Franck aus dem 17. Jahrhundert. Er beschreibt die Welt mit Not, Tod und Furcht und singt dennoch: Jesu, meine Freude. „Ich gehe lieber in den Protest“, gab Hammer zu  und stellte dagegen das Gottvertrauen, das in dem Satz gipfelt: „Tobe, Welt und springe, ich steh hier und singe.“ Er schloss mit dem Bekenntnis: „Jesus ist wirklich in dieser Welt. Wer das glaubt, kann Wunder erleben. Daraus lebe ich. Daran glaube ich. Das hat mir Kraft gegeben.“

Den Gottesdienst gestalteten mit ihm Synodalassessor Rainer Müller und Schulpfarrerin Irene Bauer-Jungmann. Das Evangelium las der Mescheder Benediktiner Abt Aloysius. Die Fürbitten sprachen: Christian Korte, Geschäftsführer der Diakonie Ruhr-Hellweg, Verwaltungsleiter Bernd Göbert, Schulpfarrer Ulrich Homann für die Arbeitsgemeinschaft der kreiskirchlichen Dienste, der stellvertretende Landrat Michael Schult, Schwester Maria Ignatia vom Bergkloster Bestwig für die katholische Kirche und Superintendent Dieter Tometten für den Kirchenkreis Soest.

Mit Pauken und Trompeten wurde dieser Gottesdienst gefeiert. Maßgeblich dazu bei trugen der von Horst Jerzembek geleitete Posaunenchor der Ev. Auferstehungskirchengemeinde Olsberg-Bestwig und das Orgelspiel von Kirchenmusikdirektor Gerd Weimar, der auch den Kammerchor leitete und darin die Bassstimme übernahm.

Ortsdezernentin Doris Damke würdigte Hammer als „einen Mann mit Eigenschaften“. Leidenschaftlich sei er, wenn es um die Sache Jesu gehe. Sie dankte ihm für die Mitarbeit im Direktorium der Von Cansteinschen Bibelgesellschaft. Die Mitarbeiterinnen des Kindergartenträgerverbundes erinnerten an den kleinen Alfred, der im katholischen Kindergarten von einer Nonne, Schwester Andrea, geprägt wurde. Ein Ad-hoc-Chor würdigte Hammer, den Pfarrer, der aus einem Forsthaus stammt, mit einer Umdichtung des Jägerchores, frei nach Carl Maria von Weber.

Alfred Hammer dankte am Ende: „Das hat gut getan. Es war mir eine große Freude, im Kirchenkreis zu arbeiten. Ich lasse viele wunderbare Menschen los. Ich sehe Sie vor mir und danke  von Herzen, dass Sie gekommen sind.“ Besonders bedankte er sich bei Verwaltungsleiter Bernd Göbert, Christian Korte von der Diakonie Ruhr-Hellweg und Dieter Tometten, Superintendent im Kirchenkreis Soest.

KKB

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